08.01.2013
von: vdLP

Geld zurück nach Erwerb überteuerter Immobilien

Die Diskussion um Schrottimmobilien lässt auch heute nicht nach. Dabei können mit diesem Begriff bereits Immobilien gemeint sein, die zwar an sich nicht schrottreif, jedoch zu deutlich überhöhten Preisen an Anleger mit dem Argument der Steuerersparnis und der Finanzierung (allein) über zu erwartende Mieteinnahmen verkauft worden sind.


Oftmals werden Immobilien einerseits als werthaltiger angepriesen als sie tatsächlich sind, andererseits sind häufig die prospektierten Mieten nicht oder nur in geringem Umfang zu erzielen. Folge ist nicht selten eine Zwangsversteigerung der erworbenen Immobilie durch die finanzierende Bank, deren Kredite vom Anleger nicht mehr bedient werden können. Aufgrund der Überbewertung der Immobilien bleibt der Anleger nach der Zwangsversteigerung häufig auf erheblichen Schulden sitzen.

Der Bundesgerichtshof und auch das Kammergericht Berlin haben in aktuellen Entscheidungen festgestellt, dass ein wucherähnliches Geschäft vorliegen kann, wenn Immobilien zu einem Preis verkauft werden, der mehr als das doppelte über dem tatsächlichen Verkehrswert liegt. In solchen Fällen kommt eine Rückabwicklung des Kaufvertrags in Betracht, so dass der Anleger den von ihm gezahlten Kaufpreis gegen Rückgabe der Immobilie zurück erhält.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de