01.05.2011
von: vdlp

Gerügte Fehler bei der Bearbeitung von Einkommensteuererklärungen

In dem aktuellen Jahresbericht des Bayrischen Obersten Rechnungshofes rügt dieser Steuerausfälle aufgrund unzureichender Prüfung der Einkommensteuererklärungen und mangelnder Anpassung der Vorauszahlungen für die Einkommensteuer. 


Folgende Fehlerschwerpunkte seien festgestellt worden:

  • Unternehmen hätten eine private Nutzung betrieblicher Fahrzeuge häufig nicht oder zu niedrig angegeben.
  • Betriebliche Schuldzinsen seien oftmals in voller Höhe als Betriebsausgaben anerkannt worden, obwohl der Unternehmer übermäßig Geld aus dem Unternehmen entnimmt, sogenannte Überentnahmen.
  • Die deutsche Steuerfreiheit von ausländischen Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit werde nicht ausreichend geprüft.
  • Überhöhte Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, z.B. jährliche Fahrtkosten teilweise weit über € 10.000,00 oder Kosten der doppelten Haushaltsführung, werden ohne ausreichende Prüfung anerkannt.
  • Versorgungsleistungen bei einer Vermögensübergabe (z.B. Übertragung eines Unternehmens auf die Kinder) werden zwar als steuerlich relevante Sonderausgaben anerkannt, es werde jedoch oftmals nicht mittels Kontrollmitteilung überprüft, ob die Eltern im Gegenzug die Zahlungen als Einkünfte versteuern.
  • Außerdem werden die laufenden Einkommensteuervorauszahlungen nicht von den Finanzämtern erhöht, obwohl Umsatzsteigerungen aufgrund der Umsatzsteuervoranmeldungen oder Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer GmbH aufgrund der Mitteilungen der Notare ersichtlich sind.

Das Finanzministerium hat darauf mitgeteilt, dass die gerügten Mängel mit ihren internen Erhebungen übereinstimmten. Zwar sei die Überprüfung der Steuererklärungen aufgrund der immer komplizierter werdenden Steuernormen schwieriger zu bewerkstelligen, allerdings seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, um die aufgezeigten Mängel bei der Bearbeitung der Steuererklärungen zu minimieren. Es ist daher mit einem erhöhten Augenmerk der Bayrischen Finanzämter auf die oben dargestellten Problemfelder zu rechnen.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de