01.02.2012
von: vdLP

Grundbesitzgesellschaften und Photovoltaikanlagen

Grundbesitzverwaltende Gesellschaften, die nur aufgrund ihrer Rechtsform (Kapitalgesellschaft oder GmbH & Co. KG) als gewerbliche Unternehmen gelten, werden bei der Gewerbesteuer privilegiert. Voraussetzung dafür ist, dass die Gesellschaften neben der Nutzung und Verwaltung eigenen Grundbesitzes nur eigenes Kapitalvermögen verwalten und bestimmte Wohngebäude errichten und veräußern. Sonstige Einnahmen dürfen nicht erziel werden.


Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat nun entschieden, dass für solche Unternehmen die Installation einer Photovoltaikanlage auf den Dächern und die Einspeisung in das allgemeine Stromnetz schädlich ist und die Privilegierung bei der Gewerbesteuer verhindert. Die Tatsache, dass nur 5 % der Einnahmen der Grundbesitzgesellschaft aus der Stromeinspeisung stammten, war dabei unerheblich. Offen gelassen hat das Gericht jedoch, ob es anders entschieden hätte, wenn der von der Photovoltaikanlage produzierte Strom ausschließlich für den eigenen Grundbesitz genutzt worden wäre. Es empfiehlt sich daher, bei Grundbesitzverwaltungsgesellschaften für die Nutzung der Dächer durch Photovoltaikanlagen eine Konstruktion zu wählen, die dies außerhalb der Gesellschaft ermöglicht.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de