23.09.2011
von: vdlp

Kosten des Medizinstudiums sind steuermindernde Werbungskosten

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 28.07.2011 entschieden, dass die Kosten eines nach dem Abitur durchgeführten Medizinstudiums als vorab entstandene Werbungskosten zu berücksichtigen sind. Bis dato war es so, dass die Kosten der Berufsausbildung lediglich bis zu € 4.000,00 im jeweiligen Jahr als Sonderausgaben abziehbar waren.


Die Behandlung der Werbungskosten hat weitreichende steuerliche Vorteile. Im Unterschied zu den Sonderausgaben können vorab entstandene Werbungskosten im jeweiligen Jahr festgestellt werden und in Jahre, in denen Einkünfte erzielt werden, vorgetragen und abgezogen werden.

Im Ergebnis bedeutet dies, Studenten sollten jedes Jahr im Rahmen einer Einkommensteuererklärung die ihnen durch das Studium entstandenen Kosten erklären. Soweit sie keine Einkünfte erzielen, werden die Kosten festgestellt und in das nächste Jahr vorgetragen. So ergibt sich über die Dauer des Studiums ein nicht unwesentlicher Betrag, der sobald Einkünfte, z.B. als Arzt erzielt werden, im Rahmen der Steuererklärung geltend gemacht werden kann. Aufgrund der hohen Kosten eines Studiums, insbesondere durch teuere Auslandsaufenthalte, würde so der Start ins Berufsleben, zumindest auf steuerlicher Ebene, versüßt. Dies gilt für jedes Studium. Der Entscheidung des BFH lag lediglich der Fall eines Medizinstudiums zugrunde.

Soweit für die Vergangenheit keine Einkommensteuererklärungen während des Studiums abgegeben wurden, sollte geprüft werden, inwieweit dies im Rahmen der Festsetzungsverjährung noch nachgeholt werden kann.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de