20.01.2012
von: vdLP

Lebensversicherung: Stille Reserven bei Überschussbeteiligung

Die Auszahlung bei Ablauf einer Lebensversicherung beinhaltet neben der Garantiesumme auch eine Überschussbeteiligung des Versicherungsnehmers an den Erträgen der Versicherung aus der Kapitalanlage. Seit 2008 müssen die Versicherungsgesellschaften nach dem Versicherungsvertragsgesetz bei der Überschussbeteiligung die Kunden zu 50% auch an den Bewertungsreserven (stille Reserven) beteiligen.


Die stillen Reserven der Versicherungsgesellschaften kann man im Anhang des Jahresabschlusses der Versicherungsgesellschaft nachlesen. Dort haben die Versicherungsgesellschaften die Zeitwerte für alle Kapitalanlagen, aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Arten der Kapitalanlage gesondert anzugeben. Weist der Jahresabschluss der Versicherungsgesellschaft im Jahr der Beendigung der Lebensversicherung einen positiven Saldo an stillen Reserven aus, findet sich jedoch bei der Abrechnung der ausbezahlten Lebensversicherung kein Anteil für stille Reserven, so kann der Versicherungsnehmer Nachforderungsansprüche grundsätzlich an die Versicherung stellen.

Eine Beteiligung an den stillen Reserven kann nur ausgeschlossen sein, wenn die Versicherungsgesellschaft dadurch in ihrem Bestand gefährdet wäre und aufgrund versicherungsaufsichtsrechtlicher Vorgaben keine Beteiligung an den Bewertungsreserven vornehmen darf. Es lohnt sich jedoch immer, die Abrechnung einer ausbezahlten Lebensversicherung kritisch zu hinterfragen und ggf. überprüfen zu lassen.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de