16.12.2015
von: vdLP

Steuerabzug nun auch bei Photovoltaikanlagen erforderlich

Vergütungen für Bauleistungen, die gegenüber einem Unternehmer erbracht werden, unterliegen dem Steuerabzug. Der Auftraggeber als Leistungsempfänger ist verpflichtet von dem Rechnungsbetrag zum Zeitpunkt der Zahlung oder Verrechnung einen Steuerabzug in Höhe von 15 % vorzunehmen. Dieser Steuerabzugsbetrag ist vom Leistungsempfänger an die Finanzverwaltung anzumelden, an diese abzuführen und dem Leistenden ist hierüber eine Abrechnung zu erteilen. Diese Abzugspflicht entfällt nur in folgenden Fällen:


1.  Der Leistungsempfänger besitzt eine zum Zeitpunkt der Zahlung/Verrechnung gültige  Freistellungsbescheinigung des Leistenden. Der Leistungsempfänger haftet für die Gültigkeit der Freistellungserklärung des Leistenden. Insbesondere hat er zu prüfen, ob die Freistellungsbescheinigung mit einem Dienstsiegel versehen ist und eine Sicherheitsnummer trägt.

2.  Die Gegenleistung an einen einzelnen Bauleistenden wird im laufenden Jahr voraussichtlich 5.000 Euro nicht übersteigen. Diese Freigrenze steigt auf 15.000 Euro, wenn der Leistungsempfänger ausschließlich Umsätze aus Vermietung und Verpachtung erzielt.

Im Gegensatz zu der bisherigen Rechtsauffassung stellt gemäß der Verfügung des Bayerischen Landesamtes für Steuern vom 16.09.2015 die Installation einer Photovoltaikanlage an oder auf einem Gebäude eine Bauleistung dar. Die Aufstellung einer Freilandphotovoltaikanlage kann ebenfalls den Bauleistungsbegriff erfüllen.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de