20.07.2011
von: vdlp

Verluste beim nebenberuflichen Übungsleiter

Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren Tätigkeiten sind bis zur Höhe von insgesamt € 2.100,00 im Jahr steuerfrei, wenn sie für eine öffentlich-rechtliche Stelle oder für eine gemeinnützige Einrichtung, z. B. einem Verein, geleistet werden.


Für den Abzug von damit in Verbindung stehenden Aufwendungen regelt das Gesetz nur den Fall, dass die Einnahmen den Betrag von € 2.100,00 übersteigen. Bei den über dem Freibetrag dann steuerpflichtigen Einnahmen sind Ausgaben nur insoweit abzusetzen, als sie ebenfalls den Betrag von € 2.100,00 übersteigen.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hatte nun den Fall zu entscheiden, dass ein Tanzsportübungsleiter im Jahre 2009 nur Einnahmen in Höhe von € 1.128,00 aus der nebenberuflichen Tätigkeit hatte. Im gleichen Zeitraum sind damit zusammenhängende Ausgaben jedoch in Höhe von € 2.417,30 angefallen. Das Finanzamt versagte vollständig den Abzug der Aufwendungen und setzte die Einkünfte mit € 0,00 an. Darin sah das Gericht eine Benachteiligung von nebenberuflichen Übungsleitern gegenüber Hauptberuflichen. Der Gesetzgeber wollte jedoch vielmehr die für Vereine nebenberuflich tätigen Übungsleiter privilegieren. Daher verrechnete das Gericht die Einnahmen und die Ausgaben in voller Höhe und erkannte einen Verlust in Höhe von € 1.289,30 an. Da die Frage jedoch höchstrichterlich noch nicht entschieden ist, ließ das Gericht die Revision für das Finanzamt zum Bundesfinanzhof zu. Soweit das Finanzamt bei Ansatz eines Verlustes aus der nebenberuflichen Übungsleitertätigkeit den Abzug versagt, ist daher dagegen Einspruch einzulegen und das Ruhen des Verfahrens bis zur endgültigen Entscheidung durch den Bundesfinanzhof zu beantragen.

Weitere Informationen zur Gemeinnützigkeit finden Sie hier.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de