01.03.2013
von: vdLP

Vorzeitige Rückführung von Darlehen: Nicht immer hat die Bank Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung

Möchte ein Kreditnehmer ein in Anspruch genommenes Darlehen vor Ende der Zinsbindungsfrist vorzeitig zurückführen, stellen ihm die Banken regelmäßig die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung.


Die Vorfälligkeitsentschädigung stellt einen Ersatz für den Gewinn der Bank dar, den diese auf Grund der ohne die vorzeitige Rückzahlung weiter fließenden Darlehenszinsen bis zum Ende der Zinsbindungsfrist erhalten hätte.

Banken machen jedoch auch dann eine Vorfälligkeitsentschädigung geltend, wenn sie selbst für die vorzeitige Rückführung des Darlehens verantwortlich sind. Kündigt nämlich die Bank auf Grund Zahlungsverzugs des Darlehensnehmers das Darlehen während bestehender Zinsbindung, entsteht ihr ebenso der sogenannte Vorfälligkeitsschaden. Für Darlehen von Verbrauchern hat der Bundesgerichtshof jüngst entschieden, dass im Fall der Kündigung durch die Bank dieser ein Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung nicht zusteht. Dies widerspreche Sinn und Zweck gesetzlicher Regelungen, welche speziell für Verbraucherkredite gelten würden. In diesem Fall verbleibt der Bank lediglich ein Anspruch auf Verzugszinsen.


 
Stand: 27. April 2012 © vdLP von der Linden & Partner Rechtsanwälte, Steuerberater - Kontakt: kanzlei@vdlp.de